Ratgeber · Lohn & Marktwert

Wie viel mehr Gehalt beim Jobwechsel am Bau? 18 % im Schnitt

Von Aleksandar Djordjevic · Stand 16. Oktober 2026

Beim Jobwechsel am Bau verdienen meine Kandidaten im Schnitt 18 % mehr als vorher. Bei manchen ist es weniger, bei manchen mehr, versprechen kann ich das nicht. Wie viel bei dir drin ist, hängt vor allem davon ab, wie weit dein heutiges Gehalt unter dem liegt, was Firmen für deine Rolle zahlen. Zum Vergleich: Die Mindestgehälter im Kollektivvertrag für Angestellte am Bau sind 2026 je nach Gruppe um 3,00 % bis 3,60 % gestiegen.

Wovon hängt ab, wie viel mehr Gehalt bei dir drin ist?

Vor allem vom Abstand zwischen deinem heutigen Gehalt und dem, was Firmen für deine Rolle zahlen. Dein Gehalt heute ist das, was du beim Einstieg ausgehandelt hast, plus die Erhöhungen seither. Was Firmen heute für deine Arbeit zahlen, kann darüber liegen. Wer schon gut bezahlt wird, holt beim Wechsel weniger heraus.

3 Dinge entscheiden mit:

  • Gruppe und Jahre in der Gruppe stehen in deinem Dienstzettel und bestimmen dein Mindestgehalt. Passt die Gruppe nicht zu deiner Arbeit, ist schon dein Minimum zu niedrig.
  • Die Überstundenpauschale ist Teil des Jahresbruttos. Wie viele Stunden sie abdeckt, macht beim Vergleich viel aus.
  • Firmen zahlen unterschiedlich viel über dem Kollektivvertrag. Welche Firma es ist, entscheidet mit über dein Plus.

Was Firmen heute für Bauleiter, Poliere und Bautechniker zahlen, steht mit Tabelle im Artikel zum Marktwert am Bau.

Eines gehört dazu: Ich vermittle auf der Ebene, auf der du heute arbeitest. Als Polier geht es um eine Polier-Stelle, als Bauleiter um eine Bauleiter-Stelle in einer anderen Firma. Das Plus kommt aus der neuen Firma und aus der Verhandlung.

Warum kann ein Wechsel mehr bringen als die Erhöhung in der eigenen Firma?

In der eigenen Firma steigt dein Gehalt nach festen Regeln im Kollektivvertrag. Bei einem Wechsel wird es neu verhandelt.

Was dein Gehalt erhöht Was du bekommst Beispiel Gruppe A4
Erhöhung im Kollektivvertrag am 1. Mai mindestens denselben Euro-Betrag, um den das Mindestgehalt deiner Gruppe und Stufe steigt 149 € im Monat im 1. und 2. Jahr
Vorrückung in die nächste Stufe, alle 2 Jahre bis zum 10. Jahr in der Regel 60 % vom Unterschied der beiden Mindestgehälter rund 160 € im Monat nach dem 2. Jahr
Wechsel in eine andere Firma ein neu verhandeltes Gehalt, der Kollektivvertrag ist nur die Untergrenze meine Kandidaten: im Schnitt 18 % mehr als vorher

Quelle: WKO, Kollektivvertrag und Gehaltsordnung Baugewerbe und Bauindustrie, Angestellte, Stand 1. Mai 2026 (Mindestgehalt A4 im 1. und 2. Jahr 4.950 € ab Mai 2025, 5.099 € ab Mai 2026), und eigene Vermittlungen.

Die 149 Euro sind für alle in dieser Stufe gleich, auch für Kollegen, die weit über dem Minimum verdienen. Je höher dein Gehalt, desto weniger fällt dieser Betrag ins Gewicht. Nach dem 10. Jahr in der Gruppe gibt es keine weitere Stufe. Dann bleibt die jährliche Erhöhung, und alles darüber musst du selbst verhandeln.

Bei einem Wechsel sitzt dir eine Firma gegenüber, die dich einstellen will. Dort wird dein Gehalt einzeln verhandelt. Bleibt die neue Firma knapp über dem Kollektivvertrag, bringt dir der Wechsel trotzdem wenig. Es kommt darauf an, welche Firma es ist und wie verhandelt wird.

Wie viel Gehalt kannst du beim Wechsel verlangen?

Deine Forderung leitest du von dem ab, was Firmen für deine Rolle zahlen. Dein heutiges Gehalt plus ein Wunschprozent ist dafür die falsche Basis, denn es zeigt nur, was du beim Einstieg verhandelt hast und was seither dazukam.

Ein Beispiel aus unseren Vermittlungen: Bauleiter im Hochbau liegen im Median bei 95.200 Euro brutto im Jahr, bei Arbeitsbeginn ab 2025 bei 98.300 Euro (Stand September 2026). Das Mindestgehalt in der Gruppe A4 liegt nach dem 10. Jahr bei 90.230 Euro im Jahr (WKO, Stand 1. Mai 2026). Im Median steckt die Überstundenpauschale schon drin, im Mindestgehalt nicht. Verdienst du als erfahrener Bauleiter samt Pauschale nur knapp über dem Minimum, hast du Luft nach oben.

Eine Zahl allein reicht im Gespräch nicht. Begründe sie mit dem, was du leistest: Projektgröße, Verantwortung, wie viele Leute du führst und deine Jahre in der Gruppe. Wie du das Gespräch aufbaust, steht im Artikel zur Gehaltsverhandlung am Bau.

Bei meinen Vermittlungen verhandle ich das Gehalt mit der Firma, bevor du am Tisch sitzt. Vorher rechnen wir gemeinsam durch, wo du stehst.

Worauf achtest du, wenn du 2 Angebote vergleichst?

Vergleiche immer das Jahresbrutto. Erst darin stecken alle 14 Gehälter, die Überstundenpauschale und die Zulagen. 2 Angebote mit gleichem Grundgehalt können im Jahr weit auseinanderliegen.

Bei der Pauschale zählt, wie viele Überstunden sie im Monat abdeckt. Laut Kollektivvertrag wird sie schriftlich vereinbart und legt die durchschnittlichen Überstunden fest, in Stunden, als festen Anteil vom Gehalt oder als festen Betrag. Frag nach, was passiert, wenn du regelmäßig darüber liegst. Was du bei einer Pauschale oder einem All-in-Vertrag sonst prüfen solltest, steht in einem eigenen Artikel.

Achte auch auf das Monatsgehalt selbst. Laut Kollektivvertrag ist es die Grundlage für jede Überstunde, je Stunde 1/146 davon plus Zuschlag. Steigt dein Gehalt, ist also auch jede Überstunde mehr wert.

Taggeld, Zulagen und ein Firmenwagen, den du privat nutzen darfst, gehören ebenso in deine Rechnung. Schreib bei beiden Angeboten auf, was davon dabei ist.

Kündige erst, wenn du den neuen Dienstvertrag unterschrieben hast. Wie lange deine Frist ist, steht im Artikel zur Kündigungsfrist in Österreich.

Verlierst du beim Wechsel deine Jahre im Kollektivvertrag?

Nein, wenn du sie rechtzeitig belegst. Jahre, die du bei anderen Firmen in derselben oder einer höheren Gruppe verbracht hast, muss die neue Firma laut Kollektivvertrag bei der Einstufung voll anrechnen. Du fängst beim Mindestgehalt also nicht wieder von vorne an.

Die Frist ist knapp. Du gibst die Zeiten beim Eintritt bekannt und weist sie spätestens innerhalb von 2 Monaten mit Dienstzeugnissen oder Arbeitspapieren nach. Sonst verfällt der Anspruch.

Beim Minimum macht das viel aus. In der Gruppe A4 sind es im 1. und 2. Jahr 5.099 Euro brutto im Monat, nach dem 6. Jahr 5.905 Euro und nach dem 10. Jahr 6.445 Euro, jeweils 14 Mal im Jahr (WKO, Stand 1. Mai 2026).

Such deine Dienstzeugnisse deshalb vor dem ersten Gespräch zusammen. Im neuen Dienstzettel müssen laut Kollektivvertrag deine Gruppe, dein Bruttomonatsgehalt und dein Gruppenalter stehen. Prüf dort, ob deine Jahre angekommen sind.

Wie findest du heraus, wie viel bei dir drin ist?

Die Zahlen oben geben dir den Rahmen. Wo du mit deiner Rolle und deinen Jahren stehst und welche Firmen das gerade zahlen, sage ich dir am Telefon.

Mach dafür den Job-Check: ein anonymer Fragebogen, rund 2 Minuten, ohne Lebenslauf. Danach rufe ich dich an, meist noch am selben Werktag. Für dich kostet das nichts, bezahlt werde ich von der Firma, und dein Chef erfährt nichts davon.

Häufige Fragen

Wie viel Gehaltserhöhung ist bei einem Jobwechsel normal?+

Eine feste Zahl, die für alle gilt, gibt es nicht. Meine Kandidaten verdienen nach dem Wechsel im Schnitt 18 % mehr als vorher, bei manchen ist es weniger, bei manchen mehr. Den Unterschied macht der Abstand zwischen deinem heutigen Gehalt und dem, was Firmen für deine Rolle und deine Jahre zahlen.

Warum verdienen neue Kollegen manchmal mehr als langjährige?+

Weil ein neuer Kollege sein Gehalt einzeln verhandelt. Bestehende Gehälter steigen mit der Erhöhung im Kollektivvertrag mindestens um denselben Euro-Betrag, um den das Mindestgehalt ihrer Stufe steigt. Wer seit Jahren nicht nachverhandelt hat, kann deshalb unter dem liegen, was die Firma einem Neuen zahlt.

Wer verhandelt das Gehalt, wenn ein Personalvermittler dabei ist?+

Bei meinen Vermittlungen verhandle ich das Gehalt mit der Firma, bevor du am Tisch sitzt. Vorher rechnen wir gemeinsam durch, wo du mit Rolle und Einstufung stehst. Die Entscheidung und die Unterschrift bleiben bei dir.

Was tun, wenn die eigene Firma ein Gegenangebot macht?+

Prüf in Ruhe, was sich außer dem Geld ändert. Kommt mehr Geld erst, wenn du gehen willst, war der Spielraum vorher schon da. Wolltest du wegen der Projekte, der Fahrzeit oder des Teams wechseln, ändert mehr Geld daran nichts.

Lohnt sich ein Jobwechsel auch ohne mehr Gehalt?+

Ja. Ein Wechsel kann auch wegen besserer Projekte oder eines besseren Umfelds passen. Rechne dann genau nach, was Taggeld, Zulagen, Überstundenpauschale und Fahrzeit bei beiden Firmen ausmachen. Sonst vergleichst du nur Monatslöhne.

Was kostet mich ein Personalvermittler beim Jobwechsel?+

Nichts. Ein Arbeitsvermittler darf in Österreich von Arbeitsuchenden kein Geld verlangen. Bezahlt werde ich von der Firma, die dich einstellt, und erst wenn die Stelle besetzt ist.

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Ein paar kurze Fragen zu dir, deiner Erfahrung und deiner Region. Ich rufe dich an, meist noch am selben Werktag. Anonym, kostenlos, ohne Lebenslauf.

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Aleksandar Djordjevic
Aleksandar DjordjevicPersonalvermittler für Bau & Technik

Aleksandar vermittelt seit 8 Jahren Fach- und Führungskräfte. Aus seinen über 100 Vermittlungen weiß er genau, worauf es bei einem neuen Job am Bau ankommt.