Ratgeber · Lohn & Marktwert

Marktwert am Bau herausfinden: 3 Schritte und echte Zahlen

Von Aleksandar Djordjevic · Stand 16. Oktober 2026

Deinen Marktwert am Bau findest du in 3 Schritten heraus: Einstufung im Dienstzettel nachsehen, dein ganzes Jahresbrutto zusammenrechnen und mit Abschlüssen für dieselbe Rolle vergleichen. Marktwert heißt dabei, was Firmen heute für deine Arbeit zahlen. In unseren Vermittlungen liegt ein Bauleiter im Hochbau im Median bei 95.200 Euro brutto im Jahr, ein Polier im Hochbau bei 84.800 Euro und ein Bautechniker bei 58.600 Euro (Stand September 2026).

Wie findest du deinen Marktwert am Bau heraus?

Du brauchst dafür deinen Dienstzettel, deine Lohnzettel und die Zahlen weiter unten.

  1. Schau in deinen Dienstzettel. Laut Kollektivvertrag stehen dort deine Gruppe, dein Bruttomonatsgehalt und dein Gruppenalter, also die Jahre in dieser Gruppe. Ohne diese Angaben kannst du dich mit niemandem vergleichen.
  2. Rechne dein Jahresbrutto aus. Zähl alle Bruttobezüge eines Jahres zusammen: 14 Gehälter, die Überstundenpauschale, Zulagen und eine Prämie, wenn du eine bekommst.
  3. Vergleich die Summe mit Abschlüssen für dieselbe Rolle, möglichst mit ähnlich vielen Jahren. Die Werte aus unseren Vermittlungen stehen im nächsten Abschnitt.

Achte darauf, dass auf beiden Seiten dasselbe drinsteckt. In unseren Werten sind Überstundenpauschale und Zulagen enthalten. Frag bei jeder anderen Zahl nach, ob das auch so ist und ob 12 oder 14 Gehälter gemeint sind.

Ein Firmenwagen, den du privat nutzen darfst, und Taggeld sind auch Geld wert. Schreib sie dir getrennt auf. Du brauchst sie, wenn du später ein Angebot mit deinem heutigen Paket vergleichst.

Was zahlen Firmen heute für Bauleiter, Poliere und Bautechniker?

Für diese 3 Rollen haben wir eigene Zahlen aus abgeschlossenen Vermittlungen.

Rolle Median Jahresbrutto Spanne Jahresbrutto Netto im Monat (Median) Median bei Arbeitsbeginn ab 2025
Bauleiter Hochbau 95.200 € 67.000 bis 110.100 € 4.100 € 98.300 €
Polier Hochbau 84.800 € 70.700 bis 94.500 € 3.750 € 87.900 €
Bautechniker (Gruppe A3) 58.600 € 53.800 bis 76.000 € 2.800 € 67.700 €

Jahresbrutto inklusive Überstundenpauschale und Zulagen, ausbezahlt 14 Mal im Jahr. Netto für Angestellte ohne Kinder und ohne Pendlerpauschale nach den Werten 2026, gerundet auf 50 €. Quelle: eigene Vermittlungen in ganz Österreich mit Arbeitsbeginn 2023 bis 2026, Stand September 2026.

Median heißt: Die Hälfte der Abschlüsse liegt darüber, die Hälfte darunter. Das Monatsbrutto bekommst du, wenn du durch 14 teilst. Beim Bauleiter im Hochbau sind das 6.800 Euro.

Wer heuer unterschreibt, orientiert sich besser an der letzten Spalte. Die Abschlüsse von 2023 liegen wegen der Erhöhungen im Kollektivvertrag unter dem heutigen Niveau. Beim Bautechniker sind nur Einstufungen in der Gruppe A3 gerechnet, ohne bautechnische Gehilfen.

Spannen und Einstufung im Detail stehen in den Artikeln zum Bauleiter-Gehalt in Österreich und zum Polier-Gehalt in Österreich.

Für Kalkulanten, Bauleiter und Poliere im Tiefbau, Konstrukteure, technische Zeichner, Projektleiter in der Gebäudetechnik und die Elektro-Rollen haben wir noch zu wenige eigene Abschlüsse. Dafür nenne ich keine Gehaltszahlen, auch keine geschätzten.

Was sagt der Kollektivvertrag über deinen Marktwert?

Er legt die Untergrenze fest. Für jede Gruppe und jedes Gruppenalter steht dort ein Mindestgehalt. Das gilt auch für Rollen, für die wir keine eigenen Zahlen haben.

Gruppe Wer dort laut Kollektivvertrag steht 1. und 2. Jahr nach dem 10. Jahr
A2 bautechnische Gehilfen und Zeichner 2.814 € 3.502 €
A3 Bautechniker und Bauingenieure, etwa für Abrechnung, Kalkulation oder Statik 3.593 € 4.504 €
A4 Bauleiter mittlerer Baustellen, Konstrukteure (Statiker), Baukaufleute 5.099 € 6.445 €
M1/P1 Poliere 4.194 € 5.004 €
M2/P2 Poliere mit 3 Praxisjahren und Zusatzausbildung, etwa dem Werkmeister-Lehrgang 4.453 € 5.339 €

Mindestgehälter brutto im Monat, 14 Mal im Jahr, ohne Überstunden und Zulagen. Baugewerbe und Bauindustrie haben dieselbe Tabelle. Quelle: WKO, Gehaltsordnung Baugewerbe und Bauindustrie, Angestellte, Stand 1. Mai 2026.

Der Abstand zwischen diesem Minimum und deinem Gehalt heißt Überzahlung. Sie ist Verhandlungssache, und dort liegt dein Spielraum.

Beim Polier im Hochbau liegt der Median aus unseren Vermittlungen rund 10.000 Euro im Jahr über dem Mindestgehalt in M2/P2 nach dem 10. Jahr. Beim Bautechniker liegt er nur knapp über dem Minimum in A3 nach dem 6. Jahr. Dabei steckt im Median die Überstundenpauschale schon drin, im Mindestgehalt nicht.

Wie du deine Forderung im Gespräch begründest, steht im Artikel zur Gehaltsverhandlung am Bau.

Warum helfen dir Gehaltsangaben aus Job-Portalen wenig?

Weil du dort nicht siehst, was in der Zahl steckt. Ob Überstundenpauschale, Zulagen und Prämie enthalten sind und ob 12 oder 14 Gehälter gemeint sind, bleibt offen.

Steht in einem Inserat das Mindestgehalt laut Kollektivvertrag mit dem Hinweis auf eine Überzahlung, kennst du nur die Untergrenze der Firma. Was sie für die Stelle ausgeben will, steht dort nicht.

Weiter hilft dir der Vergleich mit Abschlüssen, die unterschrieben wurden: dieselbe Rolle, dieselbe Gruppe, ähnlich viele Jahre.

Steigt dein Marktwert mit den Jahren?

Beim Mindestgehalt ja. Mit jedem Sprung im Gruppenalter steigt es, in der Gruppe A4 von 5.099 Euro brutto im Monat im 1. und 2. Jahr auf 6.445 Euro nach dem 10. Jahr.

Ein Beispiel vom Markt: Das höchste Jahresbrutto eines Bauleiters im Hochbau in unseren Vermittlungen lag bei 110.100 Euro. Er war in A4 nach dem 10. Jahr eingestuft und hatte 25 Überstunden pauschal im Monat.

Die Rollen mit den höchsten Werten erreicht man erst nach Jahren. In unseren Lebensläufen vergingen vom Berufsstart bis zur ersten Bauleiter-Stelle im Median 5,7 Jahre, bis zur ersten Polier-Stelle 11,4 Jahre (Auswertung eigener Lebensläufe, Stand September 2026).

Damit deine Jahre bei einer neuen Firma zählen, müssen sie belegt sein. Jahre in derselben oder einer höheren Gruppe muss die neue Firma laut Kollektivvertrag anrechnen, wenn du sie rechtzeitig mit Dienstzeugnissen oder Arbeitspapieren nachweist. Heb deshalb auch die alten Zeugnisse auf.

Wann lohnt sich ein Wechsel und wann nicht?

Ein Wechsel lohnt sich eher, wenn dein Jahresbrutto klar unter den Werten oben liegt, deine Pauschale deine Stunden nicht mehr abdeckt oder deine Gruppe nicht zu deiner Arbeit passt. Arbeitest du gerade an einem Projekt, das dich fachlich weiterbringt, kann es sich lohnen, es fertig zu machen. Ein schlechter Monat allein ist kein guter Grund.

Mehr Geld bringt ein Wechsel nicht automatisch. Meine Kandidaten verdienen nach dem Wechsel im Schnitt 18 % mehr als vorher, bei manchen ist es weniger, bei manchen mehr. Wovon das abhängt, steht im Artikel, wie viel mehr Gehalt beim Jobwechsel drin ist.

Ich vermittle auf der Ebene, auf der du heute arbeitest. Wer heute Polier ist, sucht über mich eine Polier-Stelle in einer anderen Firma. Es geht um mehr Lohn, bessere Projekte oder ein besseres Umfeld.

Wo stehst du mit deiner Einstufung heute?

Die Tabellen oben geben dir den Rahmen. Wo du mit deiner Gruppe und deinen Jahren darin stehst und welche Firmen das gerade zahlen, sage ich dir am Telefon.

Mach dafür den Job-Check: ein anonymer Fragebogen, rund 2 Minuten, ohne Lebenslauf. Danach rufe ich dich an, meist noch am selben Werktag, und wir rechnen deinen Marktwert gemeinsam durch. Für dich kostet das nichts, bezahlt werde ich von der Firma, und dein Chef erfährt nichts davon.

Häufige Fragen

Kann ich meinen Marktwert prüfen lassen, ohne mich zu bewerben?+

Ja. Beim Job-Check füllst du einen anonymen Fragebogen aus, rund 2 Minuten, ohne Lebenslauf. Danach rufe ich dich an, meist noch am selben Werktag, und wir rechnen durch, wo du mit Rolle, Gruppe und Jahren stehst. Ein Gespräch über deinen Marktwert ist noch keine Bewerbung.

Erfährt mein Chef davon, wenn ich meinen Marktwert prüfen lasse?+

Nein. Dein Name geht an keine Firma, solange du nicht zustimmst. Firmen bekommen zuerst nur ein anonymes Profil ohne Name, Foto und aktuelle Firma.

Zählt die Überstundenpauschale zum Marktwert dazu?+

Ja. Sie gehört ins Jahresbrutto, sonst vergleichst du dein Grundgehalt mit dem ganzen Paket von jemand anderem. Die Werte aus unseren Vermittlungen enthalten Überstundenpauschale und Zulagen, 14 Mal im Jahr ausbezahlt. Frag deshalb bei jeder Vergleichszahl, ob die Pauschale drin ist und wie viele Stunden sie abdeckt.

Soll ich mein Gehalt brutto oder netto vergleichen?+

Vergleiche das Jahresbrutto. Das Netto hängt auch von deiner Steuer ab, etwa von Kindern und Pendlerpauschale. Vergleichst du doch netto, dann laufendes Netto mit laufendem Netto. Das 13. und 14. Gehalt sind netto höher, weil die Lohnsteuer darauf nur 6 % beträgt.

Wie oft soll ich meinen Marktwert überprüfen?+

1 Mal im Jahr reicht, am besten nach der Erhöhung im Kollektivvertrag. Dann siehst du, ob deine Überzahlung gleich geblieben ist oder ob nur das Minimum gestiegen ist. Die aktuelle Gehaltsordnung für Angestellte am Bau gilt bis 30. April 2027. Vor einer Gehaltsverhandlung und bei jedem Angebot rechnest du ohnehin neu.

Wo verdient man am Bau mehr, in Wien oder am Land?+

Dazu haben wir keine eigenen Zahlen, unsere Werte gelten für ganz Österreich. Je Bundesland oder Stadt nenne ich deshalb keine Gehälter. Die Mindestgehälter im Kollektivvertrag für Angestellte am Bau sind überall gleich. Was Firmen in deiner Gegend gerade zahlen, besprechen wir am Telefon.

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Ein paar kurze Fragen zu dir, deiner Erfahrung und deiner Region. Ich rufe dich an, meist noch am selben Werktag. Anonym, kostenlos, ohne Lebenslauf.

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Aleksandar Djordjevic
Aleksandar DjordjevicPersonalvermittler für Bau & Technik

Aleksandar vermittelt seit 8 Jahren Fach- und Führungskräfte. Aus seinen über 100 Vermittlungen weiß er genau, worauf es bei einem neuen Job am Bau ankommt.